Die Stimmung in der globalen Bauwirtschaft hat sich im zweiten Quartal 2026 verbessert. Laut dem aktuellen RICS Global Construction Monitor (GCM) stieg der Construction Sentiment Index (CSI) von +8 auf +13 Punkte. Drei der vier untersuchten Weltregionen verzeichneten eine bessere Entwicklung als im Vorquartal.
Besonders deutlich fiel die Erholung im Nahen Osten und Afrika aus, wo der CSI von +8 auf +19 stieg. Europa verbesserte sich von +7 auf +17 Punkte. Die Region Amerika bleibt mit +29 weiterhin stärkster Markt, während der asiatisch-pazifische Raum mit -2 leicht im negativen Bereich liegt.
Auf Länderebene zeigten Nigeria und Indien mit jeweils +40 % die stärksten Zuwächse bei der Arbeitsauslastung. Deutschland und die USA folgten mit jeweils +33 %. Schwächer entwickelten sich unter anderem Frankreich (-20 %), Katar (-26 %) und insbesondere China (-42 %).
Weiterhin besonders robust zeigt sich der Infrastrukturbau. Weltweit stieg der Nettosaldo der aktuellen Arbeitsauslastung auf +23 %. Der private Gewerbebau stabilisierte sich bei 0 %, während der private Wohnungsbau mit -6 % noch leicht rückläufig blieb.
Auch der Ausblick für die kommenden zwölf Monate hat sich verbessert. Für den Infrastrukturbau stiegen die Erwartungen auf +45 %, für den privaten Gewerbebau auf +23 %. Im Wohnungsbau blieb der Wert mit +15 % positiv und stabil. Gleichzeitig haben sich die Aussichten für die Gewinnmargen deutlich aufgehellt.
In Europa verbesserte sich die Stimmung in allen sechs untersuchten Märkten. Deutschland bleibt mit einem CSI von +36 Spitzenreiter, gefolgt von den Niederlanden mit +35. Italien schaffte mit +10 die Rückkehr in den positiven Bereich, nachdem der Wert im ersten Quartal noch bei -15 gelegen hatte. Frankreich blieb mit -8 zwar Schlusslicht, konnte sich aber gegenüber -24 deutlich verbessern.
Auch die deutsche Bautätigkeit entwickelte sich positiv. Im privaten Wohnungsbau stieg der Nettosaldo auf +22 %, im Gewerbebau auf +33 % und im Infrastrukturbereich auf +44 %.
Als größte Belastungen nennen Unternehmen weiterhin hohe Materialkosten und finanzielle Einschränkungen. Gleichzeitig gewinnt der Arbeits- und Fachkräftemangel deutlich an Bedeutung. Europaweit nennen bereits 58 % der Befragten einen allgemeinen Arbeitskräftemangel und 61 % fehlende Fachkräfte als Hindernis.
Positiv fällt dagegen der Blick auf die kommenden Monate aus: Die Erwartungen für Wohnungs- und Gewerbebau steigen, die Beschäftigungsaussichten verbessern sich und erstmals seit längerer Zeit werden auch die künftigen Gewinnmargen wieder positiv eingeschätzt.
RICS-Senior-Vizepräsidentin Susanne Eickermann-Riepe sieht darin ein gutes Signal für die weitere Entwicklung: Die globale Bauwirtschaft gewinne an Dynamik, wobei insbesondere die Infrastruktur weiterhin als stärkster Bereich hervorsteche.