Der österreichische Immobilieninvestmentmarkt ist verhalten in das Jahr 2026 gestartet. Im ersten Halbjahr wurden Transaktionen im Volumen von rund 1,08 Milliarden Euro abgeschlossen. Das entspricht einem Rückgang von 34 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres.
Das aktuelle Investment-Markt-Update des Research-Teams von OTTO Immobilien zeigt dabei deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Assetklassen.
Besonders stark entwickelte sich der Bereich Handel. Hier stieg das Transaktionsvolumen gegenüber dem Vorjahr um 287 Prozent. Ausschlaggebend dafür war insbesondere eine Großtransaktion in Parndorf. Der Anteil von Handelsimmobilien am gesamten Investmentvolumen erhöhte sich dadurch von acht Prozent im Jahr 2025 auf rund 31 Prozent im ersten Halbjahr 2026.
Bei Büroimmobilien fiel das Transaktionsvolumen hingegen um 39 Prozent auf rund 211 Millionen Euro. Nach Einschätzung von Anthony Crow, Prokurist und Abteilungsleiter Immobilienvermarktung Gewerbe bei OTTO Immobilien, konzentriere sich die Nachfrage weiterhin auf hochwertige, ESG-konforme Core-Objekte in zentralen und gut angebundenen Wiener Bürolagen. Trotz der derzeit zurückhaltenden und selektiven Vermietungsnachfrage würden gut positionierte Büroimmobilien weiterhin attraktive Chancen bieten.
Deutlich schwächer entwickelte sich der Wohninvestmentmarkt. Mit einem Transaktionsvolumen von rund 171 Millionen Euro lag dieser um 74 Prozent unter dem Wert des ersten Halbjahres 2025. Georg Kretschmer, Teamleiter Investment, sieht die Nachfrage nach modernen, hochwertigen und ESG-konformen Wohnobjekten weiterhin als vorhanden an. Gebremst werde der Markt allerdings durch das geringe Angebot sowohl an Bestandsobjekten als auch an neu fertiggestellten Immobilien.
Auch bei Industrie- und Logistikimmobilien ging das Transaktionsvolumen deutlich zurück. Mit rund 112 Millionen Euro lag es um 47 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Laut Alexandra Fischer, Teamleiterin Industrie/Logistik, konzentrierten sich Investoren vor allem auf moderne und vollständig vermietete Core-Objekte in etablierten Logistiklagen. Ältere Bestandsobjekte gerieten angesichts steigender Leerstände hingegen zunehmend unter Preisdruck. Eine stärkere Belebung des Transaktionsmarktes sei erst mit einer fortschreitenden Vermietung neuer Flächen zu erwarten.
Bei den Spitzenrenditen zeigt sich je nach Assetklasse ein unterschiedliches Bild. Philipp Maisel, Abteilungsleiter Investment, zufolge bleiben die Renditen bei Core-Objekten im Büro- und Wohnsegment im Wesentlichen stabil, während Industrie- und Logistikprojekte leicht unter Druck geraten.
Für 2026 prognostiziert OTTO Immobilien Spitzenrenditen von 4,75 Prozent für Büroimmobilien, 4,00 Prozent für Wohnen und 5,20 Prozent für Industrie und Logistik.
Alle weiteren Daten und Details sind im aktuellen E-Paper von OTTO Immobilien verfügbar: https://epaper.otto.at/link/1032634/.