Der gemeinnützige Wohnbau trägt nicht nur zur Bereitstellung leistbarer Wohnungen bei, sondern setzt auch wichtige wirtschaftliche Impulse. Das zeigt der nun vollständig vorliegende Endbericht einer EcoAustria-Studie, deren erste Ergebnisse bereits im März von der GBV Landesgruppe Niederösterreich präsentiert wurden.
Demnach lösten die Investitionen der niederösterreichischen gemeinnützigen Bauvereinigungen im Jahr 2024 ein Gesamtinvestitionsvolumen von rund 766 Millionen Euro aus. Die dadurch entstandene regionale Wertschöpfung belief sich auf etwa 290 Millionen Euro.
Besonders deutlich wird die wirtschaftliche Bedeutung bei der Wohnbauförderung: Jeder öffentlich geförderte Euro mobilisiert bis zu 4,3 Euro an Gesamtinvestitionen und schafft bis zu 1,6 Euro an regionaler Wertschöpfung. Damit verbindet der gemeinnützige Wohnbau die Schaffung leistbaren Wohnraums mit einer hohen volkswirtschaftlichen Wirkung.
Auch für den Arbeitsmarkt spielen die gemeinnützigen Bauvereinigungen eine wichtige Rolle. Im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre sicherten ihre Investitionen jährlich rund 3.900 Arbeitsplätze in Niederösterreich. Etwa drei Viertel der direkten Wertschöpfung verbleiben im Bundesland und kommen vor allem regionalen Bau- und Gewerbebetrieben zugute.
Gerade in wirtschaftlich schwierigen Phasen wirken die Investitionen stabilisierend. Sie können Rückgänge in der Bauwirtschaft abfedern und sorgen für eine kontinuierliche regionale Nachfrage.
Im Vergleich zu anderen wohnungspolitischen Maßnahmen zeigt die Studie ebenfalls Vorteile des gemeinnützigen Modells. Mietobergrenzen können langfristig das Wohnungsangebot reduzieren, während direkte Zuschüsse zwar kurzfristig entlasten, jedoch keine zusätzlichen Bauinvestitionen auslösen. Der gemeinnützige Wohnbau verbindet hingegen soziale Treffsicherheit mit langfristigen Investitionen und regionaler Wertschöpfung.
„Die nun vorliegende Gesamtstudie bestätigt eindrucksvoll, was wir seit Jahren in der Praxis erleben: Gemeinnütziger Wohnbau schafft nicht nur leistbaren Wohnraum, sondern stärkt gleichzeitig die regionale Wirtschaft, sichert Arbeitsplätze und sorgt für eine nachhaltige Wertschöpfung in Niederösterreich. Jeder Euro, der in den gemeinnützigen Wohnbau investiert wird, wirkt mehrfach – für die Menschen, für die Betriebe und für das Land“, sagt Christian Rädler, Obmann der GBV Landesgruppe Niederösterreich.
Der Endbericht analysiert neben den Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekten auch die langfristige Bedeutung des gemeinnützigen Wohnbaus für die Konjunkturstabilisierung. Zudem werden unterschiedliche Modelle zur Bereitstellung leistbaren Wohnraums verglichen, darunter Mietobergrenzen, kommunaler Wohnbau, Wohnkostenzuschüsse und der gemeinnützige Wohnbau.