Männer wohnen länger im Elternhaus als Frauen

Während die meisten jungen Erwachsenen mit Mitte 20 ausziehen, bleibt der Anteil bei Männern in höheren Altersgruppen deutlich größer
von office@era.at – 19. Mar 2026

Im Jahr 2025 lebten 26 % der Bevölkerung in österreichischen Privathaushalten mit einem oder beiden Elternteilen zusammen. Auf Basis von Berechnungen der Statistik Austria aus der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung zeigt sich, dass die meisten jungen Erwachsenen den elterlichen Haushalt mit Mitte 20 verlassen.

Nach Angaben der Statistik Austria wohnten 2025 rund 97 % der 15- bis 19-Jährigen bei einem oder beiden Elternteilen. In der Altersgruppe der 25- bis 29-Jährigen traf das noch auf etwa ein Viertel zu. Fachstatistische Generaldirektorin Manuela Lenk erklärte dazu, dass junge Erwachsene in Österreich meist mit Mitte 20 aus dem Elternhaus ausziehen und dass sich ab dem 30. Lebensjahr deutliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen zeigen. Demnach lebten in diesen Altersgruppen spürbar mehr Männer als Frauen weiterhin bei ihren Eltern.

Bei Kindern bis 14 Jahren lebten 2025 mehr als 99,8 % mit einem oder beiden Elternteilen in einem Haushalt. Auch bei den 15- bis 19-Jährigen war das mit 96,5 % nahezu durchgehend der Fall. In den darauffolgenden zehn Lebensjahren verlassen die meisten das Elternhaus. Dabei sank der Anteil der Frauen, die ohne eigenen Partner oder ohne eigene Kinder noch bei den Eltern lebten, deutlich schneller als jener der Männer. Insgesamt lebten 2025 62,5 % der 20- bis 24-Jährigen im Elternhaus. Bei den Männern lag der Anteil bei 67,0 %, bei den Frauen bei 57,8 %.

Im Vergleich zu 2005 zeigen sich in dieser Altersgruppe unterschiedliche Entwicklungen. Insgesamt stieg der Anteil der 20- bis 24-Jährigen im Elternhaus leicht von 61,9 % auf 62,5 %. Während der Anteil bei den Männern um 4,6 Prozentpunkte zurückging, nahm er bei den Frauen um 5,6 Prozentpunkte zu.

Unter den 25- bis 29-Jährigen lebte 2025 nur noch knapp ein Viertel, nämlich 23,7 %, bei den Eltern. Gegenüber 2005 entspricht das einem Rückgang, damals lag der Anteil noch bei 26,7 %. Im Detail sank der Anteil bei den Männern von 35,9 % auf 29,8 %, während er bei den Frauen mit 17,4 % weitgehend stabil blieb.

Ab dem 30. Lebensjahr lebt nur noch ein vergleichsweise kleiner Teil der Bevölkerung im Elternhaus, etwa 10 % oder mit zunehmendem Alter noch weniger. In diesen Altersgruppen haben sich die Werte in den vergangenen 20 Jahren nur leicht verändert. Bei den 30- bis 34-Jährigen stieg der Anteil geringfügig von 9,8 % auf 10,3 %, was vor allem auf eine Zunahme bei den Frauen zurückzuführen war. Generell gingen die Anteile der Männer zwischen 30 und 44 Jahren zurück, während sie bei den Frauen zunahmen.

Ab dem 45. Lebensjahr zeigt sich hingegen bei beiden Geschlechtern ein deutlicher Anstieg. Die Zahl der über 44-Jährigen, die mit ihren Eltern in einem Haushalt lebten, erhöhte sich von 37.300 im Jahr 2005 auf 66.900 im Jahr 2025. Darunter waren 2005 25.900 Männer und 11.400 Frauen, 2025 hingegen 45.100 Männer und 21.800 Frauen. Damit stieg der Anteil der über 44-Jährigen, die im Elternhaus lebten, von 1,1 % auf 1,5 %. Besonders bei Männern fiel dieser Anstieg stärker aus, auch wenn sich die Zahl der betroffenen Frauen im selben Zeitraum beinahe verdoppelte.