Maßgeschneiderte Logistikflächen zur Miete

Built-to-Suit-Konzepte bieten Unternehmen mehr Flexibilität
von office@era.at – 18. Jun 2026

Wenn Unternehmen eine neue oder modernere Industrie- oder Logistikimmobilie benötigen, sind die Anforderungen meist sehr konkret. Je nach Branche, Geschäftsmodell und betrieblichen Abläufen unterscheiden sich die Erwartungen deutlich. Genau hier setzen Built-to-Suit-Konzepte an: Immobilien werden nicht standardisiert übernommen, sondern gezielt auf die Bedürfnisse des späteren Nutzers zugeschnitten.

Andreas Liebsch, Geschäftsführer des österreichischen Industrieimmobilienentwicklers Go Asset Development, erklärt, dass solche Immobilien an individuelle Anforderungen und Betriebsabläufe angepasst würden. Dabei gehe es etwa um den Standort, die regionale Infrastruktur, die Größe und Aufteilung von Büro- und Hallenflächen, Ladetore, Freiflächen sowie künftige Erweiterungsmöglichkeiten. Auch nachhaltiges und ressourcenschonendes Bauen spiele für viele Unternehmen eine immer wichtigere Rolle.

Wer eine maßgeschneiderte Immobilie selbst finanziert, benötigt dafür in der Regel ein hohes Budget. Neben gestiegenen Baukosten können auch Materialbeschaffung und Lieferkettenrisiken zur Herausforderung werden. Go Asset Development bietet Built-to-Suit-Lösungen daher auch als Mietmodell an und übernimmt dabei die Finanzierung sowie die Umsetzung des Projekts.

Liebsch zufolge entscheiden sich Betriebe vor allem dann für diese Variante, wenn sie die hohen Investitionskosten für Ankauf und Errichtung nicht selbst tragen wollen. Die Immobilie werde dennoch so geplant, als würde das Unternehmen sie als Eigentümer für sich selbst bauen. Gleichzeitig trage der Nutzer weder Bau- noch Kostenrisiko. Ein Mietvertrag biete zudem mehr Flexibilität als Eigentum und ermögliche planbare Ausgaben, was gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten ein wichtiger Vorteil sei.

Da auch der Projektentwickler im Mietmodell entsprechende Sicherheiten benötigt, liegt die Mindestlaufzeit bei Go Asset Development in der Regel bei 10 bis 15 Jahren. Die genaue Dauer hängt unter anderem davon ab, wie stark die Immobilie auf einen bestimmten Mieter zugeschnitten ist.

Eine zentrale Rolle spielt dabei weiterhin der Standort. Auch wenn die Immobilie individuell geplant wird, seien Unternehmen laut Liebsch kaum bereit, bei der Lage größere Abstriche zu machen. Die Standortwahl habe für die späteren Nutzer oberste Priorität. Go Asset unterstütze Unternehmen daher dabei, geeignete Grundstücke zu identifizieren, die Verkehrsanbindung, Erschließung und Infrastruktur optimal erfüllen.

Bei Eigentumsprojekten bestimme der künftige Eigentümer die Lage selbst. Handle es sich jedoch um ein Mietobjekt, müsse auch die mögliche Nachvermietung berücksichtigt werden. Ein Built-to-Suit-Objekt an einem schlechten Standort würde laut Liebsch nicht funktionieren.

Eine fixe Mindestgröße, ab der maßgeschneiderte Industrie- oder Logistikimmobilien sinnvoll seien, gebe es nach Angaben des Entwicklers nicht. Die Kunden in diesem Segment seien meist mittelständische Unternehmen, aber auch große Handelskonzerne.

Für den Projekterfolg sind laut Go Asset Development vor allem ein klar definiertes Budget und ein realistischer Terminplan entscheidend. Dennoch können auch bei sorgfältiger Planung Risiken auftreten. Das größte zeitliche Risiko sieht Liebsch in Genehmigungsverfahren, insbesondere bei Bau- und Gewerbegenehmigungen sowie möglichen weiteren behördlichen Verfahren.

Auch unvorhersehbare Ereignisse können Projekte beeinflussen. Dazu zählen laut Liebsch etwa Überraschungen im Untergrund, wie Kontaminationen oder eingeschränkte Tragfähigkeit. Zusätzlich könnten geopolitische Spannungen Lieferketten belasten und Rohstoff- sowie Baustoffpreise beeinflussen. Auch Änderungswünsche des Kunden während des laufenden Projekts könnten sich auf Termine und Kosten auswirken. Entscheidend sei daher, Risiken früh mitzudenken, offen zu kommunizieren und flexibel zu reagieren.

Ein aktuelles Beispiel für ein Built-to-Suit-Projekt in Miete ist das neue Auslieferungslager der Brauunion in Fürnitz in Kärnten. Die Brauunion habe laut Liebsch gezielt nach einem Projektpartner gesucht, der das Investment für das neue Lager übernimmt. Go Asset Development habe dies als Projektentwickler ermöglicht.

Das Grundstück in Fürnitz umfasst rund 36.000 Quadratmeter. Die Nutzfläche des Auslieferungslagers beträgt etwa 10.500 Quadratmeter. Neben der guten Verkehrsanbindung profitiert der Standort auch von seiner geografischen Lage nahe Italien und Slowenien.

Liebsch betont, dass Go Asset Development Unternehmen auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten maßgeschneiderte Lösungen anbieten und gemeinsam mit ihnen realisieren könne. Grundlage dafür seien langjährige Erfahrung, fachliche Expertise, ein breites Expertennetzwerk und die notwendige Flexibilität.