Mieten in Landeshauptstädten: Graz und Klagenfurt holen weiter auf

Während Innsbruck, Wien und Salzburg weiterhin über 20 Euro pro Quadratmeter liegen, steigen die Angebotspreise in günstigeren Märkten besonders stark.
von office@era.at – 21. May 2026

Der Mietmarkt in Österreichs Landeshauptstädten bleibt in Bewegung. Eine aktuelle Analyse von ImmoScout24.at zeigt, dass sich die Angebotspreise zwischen Jänner und April 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum je nach Stadt sehr unterschiedlich entwickelt haben. Für die Auswertung wurden 35.330 Wohnungsinserate analysiert.

Besonders auffällig ist, dass bisher günstigere Landeshauptstädte stärker zulegen, während sich die Preisentwicklung in hochpreisigen Märkten abschwächt. Markus Dejmek, Geschäftsführer von ImmoScout24 Österreich, erklärt dazu, die aktuellen Daten würden zeigen, dass sich teure Märkte zunehmend stabilisierten. Städte mit bislang moderaterem Mietniveau wie Graz und Klagenfurt würden hingegen bei den Angebotspreisen deutlicher aufholen. In Städten wie Innsbruck, Bregenz und Salzburg habe sich der Preisanstieg eingebremst oder die Angebotspreise seien leicht zurückgegangen.

Wien bleibt teuer, Graz und Klagenfurt legen deutlich zu

In Wien sind die Angebotsmieten im heurigen Jahr weiter gestiegen. Mit einem Plus von 10 Prozent liegen sie nun bei durchschnittlich 22,45 Euro pro Quadratmeter brutto. Damit zählt die Bundeshauptstadt weiterhin zu den teuersten Wohnungsmärkten Österreichs.

Auch Graz verzeichnet eine deutliche Steigerung. Die Angebotspreise legten um 11 Prozent auf 15,15 Euro pro Quadratmeter zu. Noch stärker fiel der Anstieg in Klagenfurt aus: Dort erhöhten sich die durchschnittlichen Angebotsmieten im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent auf 16,99 Euro pro Quadratmeter.

Der starke Anstieg in Klagenfurt lässt sich laut Dejmek unter anderem durch angebotene Neubauwohnungen erklären. Gerade in kleineren Mietmärkten könnten einzelne Gebäude und neue Projekte die durchschnittlichen Angebotspreise spürbar beeinflussen. Neubauobjekte seien in der Regel deutlich teurer als Bestandswohnungen und würden dadurch den lokalen Durchschnitt nach oben ziehen.

Innsbruck bleibt teuerste Landeshauptstadt

Trotz eines Rückgangs von 6 Prozent bleibt Innsbruck mit 24,23 Euro pro Quadratmeter die teuerste Landeshauptstadt Österreichs. Auch Salzburg liegt mit 21,96 Euro pro Quadratmeter weiterhin auf sehr hohem Niveau, obwohl die Angebotspreise dort leicht um 1 Prozent gesunken sind.

In Bregenz zeigt sich eine ähnliche Entwicklung. Die westlichste Landeshauptstadt verzeichnet ebenfalls ein Minus von 1 Prozent und bewegt sich weiterhin knapp an der Marke von 20 Euro pro Quadratmeter.

Günstiger wohnen in Linz, Eisenstadt und St. Pölten

Vergleichsweise erschwinglich bleiben neben Graz auch Linz, Eisenstadt und St. Pölten. In Linz werden Mietwohnungen im Schnitt um 15,51 Euro pro Quadratmeter angeboten. Das entspricht einem Rückgang von 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

In Eisenstadt blieben die Angebotsmieten mit 14,59 Euro pro Quadratmeter stabil. Auch St. Pölten entwickelte sich moderat: Mit einem Plus von 3 Prozent auf 13,35 Euro pro Quadratmeter zählt die Stadt weiterhin zu den günstigeren Landeshauptstädten Österreichs.

Über die Datenanalyse

Die Analyse wurde im Mai 2026 durchgeführt und basiert auf 35.330 Datenpunkten aus den Zeiträumen 1. Jänner bis 30. April 2025 sowie 1. Jänner bis 30. April 2026. Ausgewertet wurden auf ImmoScout24.at veröffentlichte Angebotsdaten.

Grundlage der Berechnung sind Bruttomieten, also Nettomieten inklusive Betriebskosten, jedoch ohne Heiz- und Stromkosten. Als statistischer Wert wurde der Median herangezogen, da dieser im Gegensatz zum Durchschnitt weniger stark durch einzelne besonders günstige oder besonders teure Objekte verzerrt wird.