OeNB: Mehr Wohnbaukredite, klare Präferenz für Fixzinsen

Sinkende Leitzinsen erleichterten die Finanzierung im Jahr 2025, österreichische Haushalte setzten weiterhin vor allem auf Sicherheit
von office@era.at – 21. Mar 2026

Die Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank im Jahr 2025 wirkten sich deutlich auf den österreichischen Kreditmarkt aus. In vier Schritten reduzierte die EZB ihre Leitzinsen um insgesamt einen Prozentpunkt. Dadurch verbilligten sich vor allem variabel verzinste Kredite. Dennoch entschieden sich private Haushalte in Österreich bei neuen Wohnbaufinanzierungen weiterhin fast ausschließlich für Fixzinsen: 86 % aller neu abgeschlossenen Wohnbaukredite im Jahr 2025 waren fix verzinst.

Wie OeNB-Vize-Gouverneurin Edeltraud Stiftinger erläuterte, gingen die Kreditzinsen für neue Finanzierungen sowohl bei Unternehmen als auch bei privaten Haushalten zurück. Bei neuen Wohnbaukrediten sank der Zinssatz für variable Finanzierungen von 4,14 % Ende 2024 auf 3,21 % Ende 2025. Die Fixzinssätze blieben hingegen mit rund 3,42 % nahezu unverändert. Damit wurden variable Kredite zwar wieder günstiger als Kredite mit Zinsbindung, dennoch blieb das Sicherheitsbedürfnis der Haushalte hoch.

Auch das Neugeschäft bei Wohnbaukrediten zog deutlich an. Im Jahr 2025 wurden neue Kredite im Ausmaß von 17 Mrd. Euro vergeben, nach 11 Mrd. Euro im Jahr davor. Insgesamt belief sich das ausstehende Kreditvolumen österreichischer Haushalte Ende 2025 auf 188 Mrd. Euro, wobei bereits 58 % fix verzinst waren. Gleichzeitig verringerte sich die Zinsbelastung: Für Wohnbaukredite zahlten Haushalte im Jahr 2025 rund 3,6 Mrd. Euro an Zinsen, nach 4,2 Mrd. Euro im Jahr 2024. Besonders Haushalte mit bestehenden variablen Krediten profitierten von der Entlastung. Pro 100.000 Euro Kreditschuld fielen 2025 rund 3.450 Euro an Zinsen an, nach 4.690 Euro im Vorjahr. Damit lag die Belastung aber weiterhin klar über dem Niveau vor der Zinswende im Jahr 2022, als nur 1.460 Euro zu zahlen waren.

Auch bei Unternehmenskrediten zeigte sich 2025 eine stärkere Nachfrage nach langfristigen Finanzierungen. Auffällig war dabei, dass knapp ein Drittel der neu vergebenen Unternehmenskredite, also 15 Mrd. Euro, an Firmen aus dem Immobilienbereich ging.

Parallel dazu sanken auch die Zinsen auf Spareinlagen deutlich. Für neu abgeschlossene Festgelder erhielten Haushalte Ende 2025 im Durchschnitt nur noch 1,62 %, nach 2,43 % ein Jahr zuvor. Täglich fällige Sparkonten wurden im Schnitt mit 0,69 % verzinst. Regina Fuchs, Direktorin der OeNB-Hauptabteilung Statistik, betonte in diesem Zusammenhang, dass sich ein Marktvergleich lohne, da die angebotenen Konditionen teils deutlich auseinandergehen.

Die niedrigeren Sparzinsen führten zu einem veränderten Anlageverhalten. Nachdem Haushalte ihre Sparguthaben in den Jahren 2023 und 2024 noch um insgesamt 37 Mrd. Euro erhöht hatten, flossen 2025 nur noch rund 2 Mrd. Euro in neue Spareinlagen. Stattdessen hielten private Haushalte wieder mehr Mittel auf Girokonten, deren Bestand um 8 Mrd. Euro zunahm. Noch stärker im Fokus standen Wertpapierinvestitionen: Rund 7 Mrd. Euro wurden zusätzlich in Investmentfonds und weitere 6 Mrd. Euro in Schuldverschreibungen veranlagt. Auch nachhaltige Geldanlagen gewannen weiter an Bedeutung, was sich in steigenden Beständen an ESG-Anleihen zeigt.

Mit Blick auf den Immobilienmarkt präsentierte die OeNB zudem ein neues Wohnimmobilien-Dashboard. Laut OeNB-Direktor Thomas Steiner soll dieses Instrument einen transparenten und leicht zugänglichen Überblick über zentrale Entwicklungen rund um Wohnimmobilien bieten – von Preisentwicklungen über Baukosten bis hin zu durchschnittlichen Kredithöhen. Neue Preisindizes zeigen dabei, dass die Immobilienpreise seit 2012 im ländlichen Raum deutlich stärker gestiegen sind als in städtischen Regionen. Gleichzeitig bestehen erhebliche regionale Unterschiede: So legten die Preise im Burgenland doppelt so stark zu wie in Oberösterreich.