Der österreichische Wohnimmobilienmarkt hat im Jahr 2025 eine klare Trendwende gezeigt. Nachdem die Kaufpreise 2023 um 2,9 % und 2024 um 0,4 % gesunken waren, stiegen sie 2025 im Jahresdurchschnitt wieder um 2,6 %. Gleichzeitig nahm die Zahl der Transaktionen so stark zu wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr. Grundlage dafür ist der Häuserpreisindex, den Statistik Austria am 26. März 2026 veröffentlicht hat.
Nach vorläufigen Berechnungen, in denen auch erwartete Nachmeldungen berücksichtigt wurden, erhöhte sich die Zahl der Wohnimmobilienkäufe 2025 gegenüber dem Vorjahr um 18,3 %. Die Statistik Austria betonte, dass dies den stärksten Anstieg bei Immobilientransaktionen seit mehr als einem Jahrzehnt darstelle. Zugleich seien Wohnungen und Häuser nach zwei Jahren rückläufiger Entwicklung wieder teurer geworden. Besonders neuer Wohnraum habe sich mit einem durchschnittlichen Plus von 2,9 % verteuert, während bestehender Wohnraum um 2,5 % zulegte.
Beim bestehenden Wohnraum zeigte sich 2025 ein Preisanstieg von 2,5 %, nachdem 2024 noch ein Rückgang von 1,6 % und 2023 ein Minus von 4,1 % verzeichnet worden war. Die Preise bestehender Wohnungen stiegen österreichweit um 2,0 %. Am stärksten fiel das Plus in Ostösterreich mit 3,0 % aus. Südösterreich und Westösterreich lagen mit 2,2 % beziehungsweise 2,1 % nahe beieinander, während Wien mit 1,5 % den geringsten Zuwachs aufwies. Bei bestehenden Häusern war die Entwicklung noch deutlicher: Hier lag das Plus bei 3,0 %, wobei Südösterreich mit 5,7 % klar an der Spitze stand.
Auch neuer Wohnraum wurde teurer. Im Vergleich zu 2024 stiegen die Preise 2025 um 2,9 %. Neue Eigentumswohnungen verteuerten sich in Wien mit 4,9 % besonders stark, gefolgt von Südösterreich mit 3,2 %. Ost- und Westösterreich verzeichneten jeweils einen Anstieg von 2,0 %. Neue Häuser kosteten im Jahresvergleich um 4,5 % mehr.
Bei den Häuserpreisen zeigten sich regional erhebliche Unterschiede. Das Burgenland verzeichnete mit 8,7 % den stärksten Anstieg, gefolgt von Kärnten mit 6,5 %, der Steiermark mit 5,6 % und Oberösterreich mit 4,1 %. Niederösterreich, Tirol und Vorarlberg verbuchten moderatere Zuwächse. Rückläufige Häuserpreise wurden nur in Salzburg mit minus 0,6 % und in Wien mit minus 1,5 % festgestellt.
Bei Eigentumswohnungen lagen Tirol, Oberösterreich und die Steiermark an der Spitze. Niederösterreich, Wien und Kärnten bewegten sich im Mittelfeld. In Salzburg und Vorarlberg lagen die Preise hingegen leicht unter dem Niveau des Vorjahres. Unter den Landeshauptstädten fiel vor allem Linz auf, wo Eigentumswohnungen mit einem Plus von 6,3 % den stärksten Anstieg verzeichneten. In Salzburg und Innsbruck wurden laut Statistik Austria keine messbaren Preisveränderungen festgestellt.
Auch im europäischen Vergleich bewegte sich Österreich 2025 im Durchschnitt. In den ersten drei Quartalen lag der Preisanstieg bei 1,6 % und entsprach damit dem Niveau des Euroraums und der gesamten EU. Luxemburg und Finnland verzeichneten stärkere Rückgänge, während Slowenien als einziges Nachbarland Österreichs einen Preisrückgang auswies. Deutlichere Zuwächse als in Österreich wurden in der Slowakei, in Ungarn und in Tschechien beobachtet. Statistik Austria wies zugleich darauf hin, dass diese Eurostat-Daten noch vorläufig seien und später angepasst werden könnten.
Der Preisindex für selbstgenutzten Wohnraum stieg 2025 um 2,0 % und lag damit unter dem allgemeinen Anstieg des Häuserpreisindex. Besonders stark verteuerte sich die Anschaffung neuen Wohnraums mit 4,0 %, während die laufenden Kosten für Erhalt sowie Reparatur- und Renovierungsmaßnahmen mit 2,8 % langsamer zulegten als in den Vorjahren.
Die Daten basieren auf dem quartalsweise veröffentlichten Häuserpreisindex von Statistik Austria. Dieser stützt sich auf tatsächliche Transaktionspreise aus Kaufverträgen und wird als qualitätsbereinigte Zeitreihe nach den einschlägigen EU- und nationalen Vorgaben erstellt.