Private Banker setzen auch 2026 weiterhin auf Sachwertanlagen als festen Bestandteil ihres Angebots. Besonders stark nachgefragt sind Wohn- und Logistikimmobilien in Deutschland sowie Investments in Energie- und Verkehrsinfrastruktur.
Im Vordergrund stehen bei den Anlagezielen klar Werterhalt und Diversifikation, gefolgt von der Gesamtrendite (IRR). Die meisten Befragten erwarten bei Immobilieninvestments Mindestrenditen von 4 bis 5 Prozent, bei Infrastrukturanlagen 5 bis 7 Prozent. Die Entwicklung der Kundennachfrage wird uneinheitlich eingeschätzt – die Bandbreite reicht von Rückgang bis Wachstum. In Summe deutet vieles jedoch auf eine stabile Nachfrage hin. Das spiegelt sich auch im platzierten Kapital der letzten zwölf Monate wider: 40 Prozent berichten von einem leichten Anstieg, 38 Prozent von konstanten Volumina und 12 Prozent von einem Rückgang.
Grundlage der Ergebnisse ist die Umfrage „Zukunft von Sachwertanlagen im Private Banking 2026“, die im November und Dezember 2025 von RUECKERCONSULT, Edelstoff Media (Private Banking Magazin) und Scope in Kooperation mit der Quadoro Investment GmbH sowie der EB – Sustainable Investment Management GmbH (EB-SIM) durchgeführt wurde. Insgesamt beteiligten sich 43 Private-Banking-Einheiten, überwiegend aus Vermögensverwaltungen, Privatbanken und Wealth-Management-Bereichen.
Über 90 Prozent der befragten Banken bieten ihren Kunden Anlagen im Segment Private Markets an, darunter 92 Prozent Immobilienprodukte. Als wichtigste Anlageziele werden Werterhalt (78 %), Diversifikation (62 %) und Gesamtrendite/IRR (57 %) genannt.
Bei Immobilienanlagen dominieren in der Praxis Direktinvestments (65 %). Es folgen indirekte Anlagen über geschlossene sowie offene semi-liquide Strukturen (je 57 %). ELTIFs, ETFs und Aktienfonds spielen mit rund 20 Prozent eine ergänzende Rolle. Inhaltlich stehen Wohnimmobilien in Deutschland (73 %) an erster Stelle, danach Büro- und Logistikimmobilien in Deutschland und Europa; vereinzelt werden auch US-Büro- und Wohnimmobilien berücksichtigt.
Im Infrastrukturbereich ermöglichen 68 Prozent der Institute ihren Kunden Beteiligungen an entsprechenden Produkten. Am häufigsten werden offene semi-liquide Vehikel (58,8 %) genutzt, gefolgt von geschlossenen Strukturen (47,1 %); ergänzend kommen ELTIFs (35,5 %) hinzu. Die Nachfrage verteilt sich über mehrere Nutzungstypen, mit einem klaren Schwerpunkt auf Energie-, Verkehrs-, Daten- und Ladeinfrastruktur.
Auch Private Debt und Private Equity sind breit im Angebot verankert: 68 Prozent bieten Private-Debt-Anlagen an – vor allem über offene semi-liquide und geschlossene Strukturen. Private Equity führen 84 Prozent der Banken im Portfolio, häufig über geschlossene Strukturen, semi-liquide Vehikel sowie ELTIFs.
Zugleich zeichnet sich eine Ausweitung ab: 13 Banken, die bislang keine Sachwertanlagen vertreiben, planen den Einstieg. Sieben Institute wollen Immobilienprodukte aufnehmen (inklusive Direktanlagen sowie offener semi-liquider und geschlossener Vehikel). Ebenfalls sieben Banken beabsichtigen erstmals Infrastrukturangebote, bevorzugt über offene semi-liquide Strukturen oder ELTIFs. Vier planen Produkte im Bereich Private Debt, fünf im Bereich Private Equity.
Für die Aufnahme in den Vertrieb nennen die Banken typische Mindestrenditen (IRR): bei Immobilien meist 4–5 %, bei Infrastruktur 5–7 %, bei Private Debt 5–10 % und bei Private Equity überwiegend über 7 %.
Zurückhaltend zeigen sich die Institute bei externen Handelsplattformen: Nur 25 Prozent empfehlen solche Lösungen, wenn keine passenden Produkte verfügbar sind – genannt werden u. a. Comdirect, Moonfare, Privatize und S-Broker.
In den Entscheidungsprozessen hat der Vorstand in 83 Prozent der Fälle das letzte Wort bei der Produktaufnahme. Private Banking ist ebenfalls in 83 Prozent eingebunden, Produktmarketing in 50 Prozent. Parallel steigt der Digitalisierungsgrad: Bei knapp 60 Prozent ist der Vertriebsprozess bereits teilweise oder vollständig digitalisiert. Als wichtigste Abwicklungs- und Lagerstelle wird die dwpbank genannt, gefolgt von Attrax, DAB und FIL Fondsbank.