Wertpapiere gewinnen an Bedeutung

Österreichs Haushalte investieren stärker in Fonds und Anleihen
von office@era.at – 27. May 2026

Das finanzielle Vermögen der österreichischen Haushalte ist im Jahr 2025 auf einen neuen Höchstwert von 968,6 Mrd. Euro gestiegen. Gleichzeitig entwickelte sich das netto verfügbare Einkommen nur moderat: nominell legte es um 1,1 % zu, real ging es hingegen leicht um 1,6 % zurück. Die Sparquote blieb mit 9,9 % weiterhin über dem Vorkrisenniveau.

Der Vermögensaufbau der privaten Haushalte wurde 2025 zunehmend von Wertpapierinvestitionen getragen. Mit einem Plus von 13,6 Mrd. Euro erreichten diese nicht nur einen neuen Höchststand, sondern bildeten auch die wichtigste Komponente der Finanzinvestitionen. Damit übertrafen Wertpapiere erneut deutlich den Beitrag von Einlagen zum finanziellen Vermögensaufbau.

Besonders stark nachgefragt wurden Investmentfonds sowie verzinsliche Wertpapiere. Seit 2020 zeigt sich eine klare Ausweitung der Wertpapierinvestitionen privater Haushalte: Die Nettoinvestitionen stiegen von 3,4 Mrd. Euro im Jahr 2020 auf 9,0 Mrd. Euro im Jahr 2021 und lagen in den Jahren 2022 bis 2024 jeweils bei über 10 Mrd. Euro.

Zu Beginn wurde diese Entwicklung vor allem durch hohe Zuflüsse in Investmentfonds geprägt. Besonders im Jahr 2021 verzeichneten diese mit 9,6 Mrd. Euro einen deutlichen Anstieg. Auch in den Folgejahren blieben Investmentfonds eine zentrale Anlageform, wenngleich die Dynamik zwischenzeitlich nachließ. Im Jahr 2025 gewannen sie jedoch wieder deutlich an Bedeutung.

Parallel dazu führte die Zinswende ab 2022 zu einer spürbaren Trendänderung bei verzinslichen Wertpapieren. Nach Jahren mit Abflüssen wurden diese aufgrund des höheren Zinsniveaus wieder verstärkt nachgefragt. Die Zukäufe beliefen sich auf 2,3 Mrd. Euro im Jahr 2022, 6,7 Mrd. Euro im Jahr 2023, 6,4 Mrd. Euro im Jahr 2024 und 5,8 Mrd. Euro im Jahr 2025.

Seit dem Frühjahr 2024 spielen zudem Bundesschatzscheine der Republik Österreich eine wichtige Rolle. Sie wurden erstmals emittiert und seither von privaten Haushalten stark nachgefragt. Rund die Hälfte der seit 2024 gekauften verzinslichen Wertpapiere entfällt auf Bundesschatzscheine. Seit dem ersten Quartal 2024 lagen die Zukäufe im Durchschnitt bei 0,8 Mrd. Euro pro Quartal. Etwa ein Viertel dieser Transaktionen entfiel auf grüne Bundesschatzscheine, mit denen ausschließlich nachhaltige Projekte des Staates finanziert werden.

Im Jahr 2025 blieb die Nachfrage nach Wertpapieren hoch, wobei sich die Struktur der Investitionen erneut verschob. Ausschlaggebend war vor allem der starke Anstieg bei Investmentfonds um 7,6 Mrd. Euro. Damit wurden Investmentfonds wieder zur wichtigsten Wertpapier-Anlagekategorie der österreichischen Haushalte.

Ende 2025 hielten österreichische Haushalte insgesamt 117,9 Mrd. Euro an Investmentfondsanteilen. Davon entfielen 65 Mrd. Euro beziehungsweise 55 % auf inländische Fonds und 52,9 Mrd. Euro beziehungsweise 45 % auf ausländische Investmentfonds. Nachhaltigkeit spielt dabei eine bedeutende Rolle: 55 % der inländischen Investmentfondsanteile sind nachhaltig zertifiziert.