Wiener Immobilienmarkt 2026: Wohnraum wird knapper, Preise steigen weiter

Immobilienbranche warnt vor Angebotsengpass
von office@era.at – 18. Apr 2026

Der Wiener Wohnimmobilienmarkt bleibt auch 2026 unter Druck. Laut aktuellem Immobilienpreisspiegel sind die Preise in nahezu allen wichtigen Segmenten gestiegen, von Eigentumswohnungen über Reihen- und Einfamilienhäuser bis hin zu Mietwohnungen und Baugrundstücken. Für die Fachgruppe der Immobilien- und Vermögenstreuhänder der Wirtschaftskammer Wien ist diese Entwicklung ein deutliches Zeichen für eine zunehmende Angebotsknappheit.

Besonders gefragt sind gebrauchte Eigentumswohnungen. Ihr Durchschnittspreis liegt mittlerweile bei 3.810,48 Euro pro Quadratmeter, was einem Plus von 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Wohnungen im Erstbezug verteuerten sich auf durchschnittlich 5.430,61 Euro pro Quadratmeter und damit um 2,68 Prozent. Auch Reihenhäuser stiegen auf 3.193,87 Euro pro Quadratmeter, Einfamilienhäuser auf 3.327,35 Euro pro Quadratmeter. Die durchschnittliche Nettomiete beträgt in Wien inzwischen 11,81 Euro pro Quadratmeter. Baugrundstücke liegen bei durchschnittlich 970,47 Euro pro Quadratmeter.

Michael Pisecky, Obmann der Fachgruppe der Immobilien- und Vermögenstreuhänder der Wirtschaftskammer Wien, sieht in den steigenden Preisen ein klares Warnsignal. Das Wohnungsangebot in Wien werde sowohl im Neubau als auch bei der Sanierung des Bestands zunehmend knapper. Ohne rasche politische Gegenmaßnahmen drohe ein weiterer Rückgang des Angebots – mit der Folge, dass Wohnen in Wien noch teurer werde.

Auch Clemens Biffl, Bauträger-Sprecher der Immobilientreuhänder Wien, warnt vor einer weiteren Verschärfung der Lage. Wenn zu wenig neuer Wohnraum geschaffen und bestehender Wohnraum nicht ausreichend saniert oder aktiviert werde, erhöhe sich der Druck auf den Markt weiter. Die Folgen seien steigende Preise, geringere Verfügbarkeit und zunehmende Belastungen für Wohnungssuchende.

Aus Sicht der Branchenvertreter braucht es daher dringend neue Impulse für den Wohnbau sowie mehr Tempo bei der Sanierung bestehender Gebäude. Entscheidend sei, dass ausreichend neue und sanierte Wohnungen auf den Markt kommen, um das Angebot zu stabilisieren und weitere Preissprünge zu vermeiden.

Pisecky betont zudem die Bedeutung der Nachverdichtung in bereits bebauten Stadtgebieten. Reine Sanierungsmaßnahmen ohne zusätzlichen Wohnraum würden der Stadt langfristig nicht ausreichend helfen. Vielmehr müssten vorhandene Flächen besser genutzt werden, etwa durch behutsame Aufstockungen oder Verdichtungen, um zusätzliche Wohnungen zu schaffen.

Der Immobilienpreisspiegel 2026 zeigt damit eine klare Entwicklung: Die Nachfrage in Wien bleibt hoch, während das Angebot nicht schnell genug wächst. Laut Fachgruppe steht der Wiener Immobilienmarkt zunehmend an einem kritischen Punkt. Die Fertigstellungszahlen hätten sich in den vergangenen acht Jahren nahezu halbiert, weshalb nun dringender Handlungsbedarf bestehe.

Die wichtigsten Wien-Werte im Überblick: Baugrundstücke liegen bei 970,47 Euro pro Quadratmeter, ein Plus von 1,04 Prozent. Eigentumswohnungen im Erstbezug erreichen 5.430,61 Euro pro Quadratmeter und steigen damit um 2,68 Prozent. Gebrauchte Eigentumswohnungen kosten durchschnittlich 3.810,48 Euro pro Quadratmeter, was einem Plus von 3,20 Prozent entspricht. Reihenhäuser liegen bei 3.193,87 Euro pro Quadratmeter, Einfamilienhäuser bei 3.327,35 Euro pro Quadratmeter. Die durchschnittliche Nettomiete für Mietwohnungen beträgt 11,81 Euro pro Quadratmeter.