Markt

Zahl der Zwangsversteigerungen in Österreich steigt deutlich

Im Jahr 2024 verzeichnete Österreich einen deutlichen Anstieg der Zwangsversteigerungen von Immobilien.
von office@era.at – 26. Mar 2025

Insgesamt wurden 1.092 Versteigerungstermine angesetzt - das entspricht einem Plus von 32,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr (823 Termine). Nach einer aktuellen Analyse der Smart-Facts Data Services GmbH markiert dieser Anstieg eine Trendwende: Während die Zahl der Zwangsversteigerungen in den vergangenen Jahren rückläufig war, stagnierte sie 2023 - nun zeigt der Trend deutlich nach oben.

Mehr als die Hälfte der betroffenen Objekte waren Wohnimmobilien (58 Prozent). Auf Gewerbeimmobilien entfielen 24 Prozent, auf Grundstücke 18 Prozent. Das gesamte Schätzwertvolumen der versteigerten Immobilien stieg um 27,1 Prozent auf 437 Millionen Euro. Besonders stark war der Anstieg bei den Grundstücken, deren Schätzwert im Vergleich zum Vorjahr um 60,2 Prozent stieg. Bei Wohnimmobilien fiel der Anstieg mit 16,1 Prozent deutlich geringer aus.

Auch regional gibt es große Unterschiede. Zwar wurden in allen Bundesländern mehr Termine durchgeführt, die Dynamik war jedoch sehr unterschiedlich. Besonders hervorzuheben sind Salzburg und das Burgenland: In beiden Bundesländern hat sich die Zahl der Zwangsversteigerungen nahezu verdoppelt - jeweils ein Plus von 117 Prozent. Auch die Steiermark (+37 Prozent) und Tirol (+34 Prozent) verzeichneten deutliche Zuwächse. Vergleichsweise moderat fiel der Anstieg in Oberösterreich (+3 Prozent) und Vorarlberg (+5 Prozent) aus.

In absoluten Zahlen liegen auch 2024 Niederösterreich, Wien und die Steiermark an der Spitze. Ihr relativer Anteil ist jedoch im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken. Das Burgenland hat hingegen stark aufgeholt und sich den vierten Platz gesichert. Diese Verschiebungen deuten laut Smart-Facts auf eine zunehmende Heterogenität des österreichischen Zwangsversteigerungsmarktes hin.

Auch bezogen auf die Einwohnerzahl ist ein deutlicher Anstieg zu erkennen: 2024 gab es österreichweit 11,9 Zwangsversteigerungen pro 100.000 Einwohner - im Vorjahr waren es noch 9,0. Spitzenreiter ist das Burgenland mit 37,4 Versteigerungen pro 100.000 Einwohner, gefolgt von Niederösterreich (16,2). Den niedrigsten Wert weist Oberösterreich mit nur 6,5 auf.